Cyril Neville & Tribe 13 in der Jenaer KulturArena

Es fällt schwer, die Füße stillzuhalten, wenn man einer Überdosis Funk ausgesetzt ist. So erging es der übergroßen Mehrheit der Besucher der KulturArena am Mittwochabend. Das  Publikum zappelte, hüpfte, tanzte und applaudierte im Takt einer zutiefst ehrlichen und handgemachten Musik um die Legende des New-Orleans-Funk Cyril Neville und seiner Begleitband Tribe 13.

Da tummelte sich – wenigstens für die Kenner der Szene – Größe um Größe auf der Bühne. Zum Beispiel Slide-Guitar-Wizzard Papa Mali, der so virtuos sein Instrument beherrscht, dass er regelmäßig zu diversen Studioaufnahmen der einschlägigen Stars geladen wird. Zum Beispiel Gaynielle Neville alias Queen G, die als „die große weibliche Stimme New Orleans’“ bezeichnet wird – und wenn sie ihrer Stimme freien Lauf lässt, reißt sie innerhalb weniger Sekunden das Auditorium mit sich und erntet phrenetischen Beifall. Sie singt einen Aretha Franklin-Klassiker, und wenn man die Augen schließt, wähnt man das Orignal auf der Bühne. Zum Beispiel die Caesar Brothers Norman und Ricky an Drums und Keyboards – da sorgte jeder für sich und alle gemeinsam für New-Orleans-Feeling auf dem Theatervorplatz.

Vor allem aber ist es Cyril Neville, der den musikalischen Klebstoff liefert, der die Band stilistisch zusammenhält. Es ist eine Mischung aus ganz viel Funk, durchsetzt mit einer Brise Soul und das schmeckte den rund 1.200 Besuchern der KulturArena. Hinzu kommt, dass Neville durchaus Botschaften mit seinen Songs transportiert. So wies er deutlich auf siedlungspolitische und sicherheitstechnische Missstände in seiner Heimatstadt New Orleans hin, als viele andere noch dem Traum vom großen Schmelztigel nachhingen, der alle Probleme im Selbstlauf beseitigt.

Es fällt schwer, einen Abend in der KulturArena zu beschreiben, wenn doch die Füße partout nicht still halten wollen. Auch ich war am Mittwochabend dieser Überdosis Funk ausgesetzt.

Text: Jens Mende
Fotos: Markus Kämmerer/Happy Arts

Weitere Fotos in der Happy Arts Galerie.

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