Scala & Kolacny-Brothers in der KulturArena

Chormusik ist genial – vor allem, wenn es sich bei den vorgetragenen Werken nicht um jene zwar unbestritten voll Patina behaftete, inzwischen aber sattsam bekannten Stücke von Bach oder anderer Musik-Größen vergangener Jahrhunderte handelt. Chormusik muss auch nicht schwer und getragen daherkommen; die Stücke sollten auch bitte nicht mehr von schunkelnden, heile Welt besingenden Stars der Volksmusik interpretiert werden. Wobei jetzt nicht der Vergleich zu den Fischerchören herbeigezogen werden soll…

Chormusik ist genial – vor allem, wenn wie am Mittwochabend der Mädchenchor Scala gemeinsam mit den Kolacny-Brüdern internationale Hits auf sehr originelle Art interpretierte. Glockenhelle Stimmen mit Piano untermalt – das kam an beim Publikum und es spielte keine Rolle, ob es sich bei den vorgetragenen Songs um Werke von Abba, Placebo oder Mia handelte. Das Resultat der Zusammenarbeit der Kolacny-Brüder mit den Scala-Mädchen aus dem belgischen Aarschot ist nicht nur reines Covern eines erfolgreichen Musiktitels, es ist das übertragen, das Übersetzen der Musik in die Stimmung und Tonlage der 16-28jährigen Sängerinnen.

Für Steven Kolacny, der Scala gemeinsam mit seinem Bruder Stijn 1996 gegründet hat und für die Arrangements und die zumeist schlicht gehaltene Klavierbegleitung verantwortlich ist, liegt in der richtigen Songauswahl eines der Erfolgsgeheimnisse von Scala & Kolacny Brothers: „Es ist enorm wichtig, Musik zu finden, die zu Scala passt. Es muss ein Song sein, der mit der Umsetzung durch Scala einen weiteren musikalischen Sinn bekommt. Bei uns wird es außerdem immer eine Verbindung zur Alternative- und Popmusik geben, weil das die Musik ist, die wir und die Scala-Mädchen privat am liebsten hören.“

Die 2.500 Besucher der KulturArena fühlten sich gut unterhalten, und wenn die Redewendung stimmt, dass Applaus das Brot des Künstlers sei, dann müssen die Scala-Mädels und die Kolacny-Brüder nach dem Auftritt in Jena noch lange wach gelegen haben. Es schläft sich nicht gut mit einem so vollen Magen.

Text: Jens Mende

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