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Abiturball des Angergymnasium Jena

Meine Freundin hatte am Montag ihren Abiturball. Es war ein würdevoller Abschied von einer langen Schulzeit. Und ich war mit der neuen Kamera dabei.

Bei Abschlussveranstaltungen und Bällen läuft es fast immer gleich: ein Fotograf wäre eigentlich recht praktisch für einen solchen Abend. Aber mittlerweile hat jeder eine Kamera und ein Handy tut‘s auch. Das Organisationsteam hat natürlich keine Zeit sich um solche unwichtigen Dinge, wie einen Fotografen, zu kümmern. Das Geld ist sowieso alle. Aber Eintritt (23 €) zahlen, den ganzen Abend professionell Bilder machen, danach zu Hause stundenlang aussortieren und nachkorrigieren – ja, das wäre natürlich noch ok.

Am Abend läuft es dann ganz anders: jeder will ein Portrait, am besten natürlich mit Anhang und schöner Kulisse. Das Programm ist spannend, die Lehrer und viele Mitschüler sieht man nie wieder und schon reichen selbst große Mengen Visitenkarten und eine große Speicherkarte nicht mehr aus. Gegen Ende des Abends taucht dann auch das Organisationsteam auf und fragt, wie das mit den Bildern wäre. Einen Freundschaftspreis – wie freier Eintritt für zwei Personen ist dann nicht mehr drin.
Bei Hochzeiten funktioniert das in etwa genauso, schließlich hat der Schwager sich gerade letzte Woche eine neue Kamera gekauft.

Die Erkenntnis, dass es mit den Fotos nicht so leicht ist, kam einer jungen Frau bei der festlichen Zeugnisübergabe, als sie mit dem Kamerahandy versuchte, die Szene festzuhalten. Ich konnte noch ein paar graue Schatten auf ihrem Display entdecken, während ich versuchte mit ISO 1600, Offenblende 2.8 und indirektem Blitz mit Leitzahl 58 die zugegebenermaßen schwierige Lichtsituation nicht aussichtslos erscheinen zu lassen. Die Hände eines älteren Herren waren angesichts der emotionalen Situation so zittrig, dass er es erst nach längeren Versuchen schaffte, den Auslöser zu drücken, nicht ohne dabei die Kamera 30° zu verreißen. Eine ruhige Hand hätte ihm trotzdem nichts geholfen: der Blitz der Point-and-Shot versank nach gut 3 Metern im Dunkel der Aula und hinterließ ein fein aufgelöstes, unterbelichtetes Rauschen auf seiner Speicherkarte.

Wenn Menschen lernen, dann lernen sie über Enttäuschung. Die stellt sich spätestens dann ein, wenn die dunklen, verrauschten Bilder des letzten Balls oder der schönsten Hochzeit beim letzen Festplattencrash ohne Backup oder beim neuen Handy komplett verschwunden sind. Dann kommt die Erkenntnis, dass es gut war, wenigstens für das Gruppenfoto eine professionelle Fotografin zu engagieren und das vier Euro für ein Gruppenfoto der Abiturklassen nicht zu viel sind.


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Alle Abiturklassen vor dem Uni-Hauptgebäude
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Schulleiter Herr Peter erhält ein „zeitloses“ Abschlußgeschenk
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Franziska im Esplanade
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Die Abiturienten beobachten das Programm…
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… und singen zum Abschluss ein Lied zusammen
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Party ohne Ende im Uma Carlson in der Neuen Mitte

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