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Wenn Dummheit und Dreistigkeit sich treffen

Eine Privatinsolvenz kann jeden treffen und muss nicht unbedingt direkt verschuldet sein. Für Menschen, die in diese schwere Situation geraten, hat der Staat mit der Restschuldbefreiung eine Möglichkeit geschaffen, wieder ein neues, schuldenfreies Leben zu beginnen. In einem Zeitraum von sechs Jahren muss man mit einem Minimum an finanziellen Möglichkeiten leben und ist danach von seinen Schulden befreit. Wer diese Chance nutzt und sich innerhalb dieses Zeitraums entsprechend verhält, kann ein neues Leben beginnen.

Oder er kann es anders machen: trotz der vor einigen Monaten abgegebenen Eidesstattlichen Versicherung (EV) Waren im Internet bestellen und diese nicht bezahlen. Im aktuellen Fall war es ein Karton Aloe Ferox im Wert von 99 €. Zwar ist die Summe von rund einhundert Euro nicht so hoch, dass sie jemand mit einer EV nicht bezahlen könnte, aber Aloe Ferox gehört nicht zu den Dingen, die man in einer solchen Lebenssituation unbedingt benötigt. Zwei Mahnungen und mehrere Telefonanrufe mit einem Spruch auf den Anrufbeantworter bewirkten keine Reaktion des Schuldners. Den Hintergrund der Zahlungsverweigerung nannte mir mein Inkassobüro Bürgel auf meine Anfrage: die EV wurde schon vor einigen Monaten abgegeben.

Wenn sich wie in dem hier berichteten Fall Dummheit und Dreistigkeit treffen, spricht man von einem Eingehungsbetrug. Dieser wird bestraft mit einem gerichtlichen Mahnbescheid („Titel“), der 30 Jahre vollstreckbar ist und einem möglichen Versagen der Restschuldbefreiung. Schon allein um anderen Händlern drohenden Ärger und Kosten zu ersparen, habe ich Strafantrag gestellt. Unter Druck lernt es sich vielleicht besser.

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