Thüringentag: 1806 – Audio Walk eingeweiht

Text und Bilder von Jens Mende, jenakompakt.de

Es wäre vergebens, das Kunstwerk mit Worten beschreiben zu wollen. Wie aber erklärt man in einem Printmedium eine Klanginstallation?
Man muss es sehen, fühlen, in sich aufnehmen, auf sich wirken lassen. Den Blick 200 Jahre zurückschweifen lassen. Da, wo 35.000 Menschen, zumeist junge Männer, nicht älter als 30 Jahre, im blutigen Gemetzel ihr Leben ließen – wie nutzlos, wie sinnlos.

Seit heute ist es möglich, das Grauen der Schlacht bei Jena und Auerstedt nachvollziehbarer zu machen: Janet Cardiffs Audio Walk nimmt den Besucher mit auf eine Reise über das Schlachtfeld. So wird der Besuch der Gedenkstätte 1806 zur Zeitreise. Über Klänge, Geräusche und Töne, die dem Besucher über Kopfhörer beim rund halbstündigen Spaziergang (englisch: walk) durch die Ausstellung und über das ehemalige Schlachtfeld zugeführt werden, wird Geschichte lebendig und die Entwicklung der zurückliegenden 200 Jahre erlebbar, nachvollziehbar.

Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter weihte heute im Beisein von Janet Cardiff, Kjell Eberhardt (Staatssekretär im Kulturministerin des Freistaates Thüringen) sowie Alexander von Witzleben (Vorstandsvorsitzender der Jenoptik AG Germany), den Audio Walk, ein Kunstwerk der kanadischen Künstlerin Janet Cardiff, in der Gedenkstätte 1806 in Jena-Cospeda ein. In seiner Eröffnungsrede drückte der Oberbürgermeister seine Freude darüber aus, dass aus „ehemals feindlich gegenüberstehenden Nationen wahre Freunde“ geworden seien. Er dankte der Künstlerin Janet Cardiff für ein gelungenes Kunstwerk, welches den Besuchern die Geschichte der letzten zwei Jahrhunderte näher bringen wird. Es sei „ein einzigartiges Kunstwerk entstanden“, betonte Kjell Eberhardt, der in Vertretung des im Landtag verhinderten Kulturministers den Termin wahrnahm.

Die Entstehung des Audio Walks wurde von JenaKultur organisatorisch begleitet und von der JENOPTIK AG finanziell unterstützt. So verhehlte denn auch Jenoptik-Chef Alexander von Witzleben nicht seine Freude über das entstandene Kunstwerk. „Nur wer seine Vergangenheit kennt und entsprechende Lehren aus der Geschichte zieht, wird auch eine Zukunft haben“, so von Witzleben. „Der Besucher findet Zeit, über Geschehenes nachzudenken.“ In genau diesem Sinne möchte Janet Cardiff ihr Werk verstanden wissen: „Ein Spaziergang ist ein Akt des Nachsinnens“, so die kanadische Künstlerin.

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Dr. Schröter, Kjell Eberhardt, Alexander von Witzleben (von links)

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Janet Cardiff (links) mit ihrem Dolmetscher

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