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Kommentar: Die Qual ohne Wahl bei der Wahl

Die beiden Jenaer Oberbürgermeisterkandidaten Christoph Schwind und Dr. Albrecht Schröter wurden heute von der OTZ zu einer Diskussionsrunde in die Goethegalerie eingeladen. Lutz Prager, der Redakteur der Jenaer OTZ moderierte mit Fragen zu verschiedenen Themen, einer Quizrunde und ließ das sehr kleine Publikum Fragen stellen.

Dass es bei einem solchen Anlass kaum eine inhaltliche Diskussion geben wird, war abzusehen. Dass Herr Schwind jedoch Fragen zur Gestaltung der Höhe der Gebühren für Kindertagesstätten lieber dem Expertengremium überlässt, als seine eigene Meinung zu dem Thema öffentlich zu äußern, zeigt die Brisanz des Themas und fehlende Kraft, konkrete Probleme mit konkreten Aussagen zu begegnen. Die Aussagen beider Politiker beschränkten sich auf allgemeine Absichtserklärungen ohne Informationen darüber, ob die Wünsche überhaupt umsetzbar sind oder wie eine Umsetzung möglich wäre.

Die eigentlichen Unterschiede beider Politiker sollten wir nicht in den Absichtserklärungen suchen. Beide verstehen es, sich vor einem Publikum den Fragen zu stellen und spontan zu antworten. Herr Schwind beginnt seine Aussagen meist damit, dem Kontrahenten die Kompetenz abzusprechen und begibt sich dabei oft auf ein verbal niedrigeres Niveau als sein Konkurrent. Dass seine Biografie hauptsächlich von wirtschaftlichen Aktivitäten geprägt ist, merkt man auch der Diskussion an. Während Herr Schröter für eine persönliche Ansprechstelle für kleinere und mittlere Unternehmen plädiert, baut Herr Schwind auf finanzielle Wirtschaftsförderungen für potentielle Investoren. Die Biografie von Herrn Schröter zeigt, dass dieser aus einer ganz anderen Richtung kommt. Als Pfarrer und Leiter der Diakonie-Sozialstation in Jena stellt er mehr den Menschen und nicht das Geld in den Vordergrund. Die klassischen Stereotypen der CDU und SPD lassen sich damit recht gut auf die beiden OB-Kandidaten übertragen.

Wir Jenaer haben die Qual ohne Wahl, denn beide Kandidaten können kaum eine Überlegenheit gegenüber dem jeweils anderen darstellen, denn sie sind beide keine optimale Wahl. Keiner der Kandidaten hat es geschafft, eine größere Menge der Wähler nachhaltig von sich zu überzeugen. Wir können wählen zwischen dem Geschäftsführer, Aufsichtsratsvorsitzenden und Dezernenten für Wirtschaft und Verkehr der Stadt Schwind, der die Probleme mit Geld lösen möchte und einem Pfarrer und Doktor der Theologie und Dezernent für Soziales und Kultur der Stadt Jena der sagt, dass er jedem das persönliche Gespräch anbietet. Wir können wählen zwischen einem Kandidaten, der seit 1969 in der CDU ist oder einem Kandidaten, der sich zu DDR-Zeiten für politische Bildung in der kirchlichen Jugendarbeit engagiert hat.

In einem Punkt jedoch gibt es keine Wahl: Gehen Sie zur Wahl!

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3 thoughts on “Kommentar: Die Qual ohne Wahl bei der Wahl”

  1. Das stimmt sicherlich, aber der Vorsprung ist äußerst klein. Ich habe mittlerweile einige Leute getroffen, die sehr wohl sachlich und korrekt begründen, warum der eine oder der andere besser ist. Vielleicht ist es ja noch ganz anders und optimal wäre, wenn wir beide hätten: Herr Schwind kümmert sich um die Wirtschaft und Herr Schröter um das soziale. Jeder macht dann das, was er vermutlich am besten kann. Leider müssen wir uns jedoch für einen entscheiden und egal, wie wir uns entscheiden ist es zumindest in gewisser weise ein Fehler.

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