Canon EF 17-40mm 1:4L USM

Canon EF17-40LLange Zeit bin ich ohne mein altes Weitwinkel-Objektiv (EF 20-35mm) ausgekommen und habe für alle Weitwinkelaufnahmen mein Canon EF 28-70L (Nachfolger: EF 24-70L) genutzt. Bei den Konzerten funktioniert das sehr gut, denn dort sorgt ein extremes Weitwinkel meist nur für Eierköpfe und andere perspektivische Verzerrungen, die der Bildaussage selten helfen. Meine Kamera (Canon EOS 1D Mark II) hat einen Verlängerungsfaktor von ca. 1,3 was dazu führt, das ein 28-70er Objektiv am Weitwinkelende kaum noch als Weitwinkel bezeichnet werden kann Bei der Pressefotografie (unter anderem für das MDR Thüringen Journal) wird jedoch häufig ein Weitwinkel gebraucht (siehe hier, hier und hier), da man sich als Fotograf so nah wie möglich an die Protagonisten drängeln muss, um nicht zehn weiterer Fotografen vor sich, statt dem eigentlichen Motiv zu fotografieren. Da hilft nur noch ein Ultra-Weitwinkel und die Hoffnung, das die Nasen auf den nicht Bildern nicht zu lang werden. Da meine Fototasche die 10kg-Marke schon lange überschritten hat, versuchte ich standhaft mich dieser Tatsache zu verschließen, aber als ich mit Fotos für den Thüringer Plenarsaal beauftragt wurde, führte kein Weg mehr daran vorbei, weitere 550g in meine Fototasche zu stecken.

Zum Glück hat mein freundlicher Canon Händler City Foto Horn in Erfurt auch brauchbare L-Objektive auf Lager. Nach einem ausführlichen Plausch bin sind wir zu dem Ergebnis gekommen, das nur das Canon EF 17-40L für 759 € in Frage kommt. Die alternativen z.B. von Sigma sind nur unwesentlich preiswerter, haben kein USM und sind optisch nicht mit dem sehr guten Canon vergleichbar. Leider hat das 17-40L nur eine durchgehende Blende von 4.0, was zwar für die Pressefotografie völlig ausreicht, die Verwendung bei Konzerten jedoch deutlich einschränkt. Erfahrungsgemäß reicht aber für ein Weitwinkel etwas weniger Licht, als für ein Tele-Objektiv. Eine Alternative wäre nur das Canon EF 16-35mm 1:2.8L USM, welches ca. 1000 € mehr kostet und zusätzlich einige hundert Gramm in der Fototasche versenkt. Nach zwei Wochen ausführlichem Test des neuen 17-40 bin ich mit meiner Entscheidung sehr zufrieden. Ich konnte einige Motive nutzen, auf die ich vorher verzichten musste und so eine noch größere Fotografische Bandbreite abdecken. Ein solches Ultra-Weitwinkel erfordert jedoch sehr viel fotografische Disziplin und Erfahrung, denn was im Sucher vermeintlich gut aussieht, ist nicht immer wirklich gut. Mit der extremen Verzerrung der Perspektive muss man sehr bewusst umgehen, sonst verliert sich schnell die Hauptaussage des Motivs in technischen und optischen Spielereien.

2 Kommentare zu „Canon EF 17-40mm 1:4L USM“

  1. der vergleich mit sigma muss wohl mit dem 12-24 neu durchdacht werden. im vergleich mit dem 17-40 setzt es im bereich verzeichnung neue maßstäbe … beim canon kamen mir bei 17mm die tränen, wat ne tonne …

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