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Empfehlung für digitale Kompaktkamera

In der letzten Zeit werde ich regelmäßig gefragt, welche Kompaktkamera für den täglichen Bedarf ich empfehle. Gerade in diesem Segment ist die Auswahl sehr groß und die einzig perfekte Kamera für jeden Bedarf gibt es nicht. Für die meisten ist jedoch eine Kamera geeignet, die man immer dabei hat und die normalen Aufnahmesituationen schnell und unkompliziert ist. Wer mehr will, sollte zu einer Spiegelreflex-Kamera oder zu den großen Kompakten, wie der Sony DSC-R1 greifen. Und immer daran denken: Es ist besser, mit einer kleinen Kamera ein Bild zu haben, als das die große Kamera zu Hause liegt, wenn sie gebraucht wird.

Bei der Auswahl der Kamera schauen die meisten auf die Zahl der Megapixel. Die Bedeutung dieses Wertes wird jedoch häufig überschätzt. Für den Standard-Papierabzug werden nur 2,2 Megapixel (102x152mm bei 300 dpi = 1240×1818 Bildpunkte auf einem Fuji Minilab) benötigt. Selbst ein 13×19 Abzug erfordert 3,5 Megapixel (127x192mm bei 300 dpi = 1536×2304). Mehr Pixel werden nur für größere Abzüge benötigt, die relativ selten bestellt werden. Aber gerade die Optik und die Größe des Sensors limitieren die Bildqualität mehr, als die reine Zahl der Pixel. Die meisten Optiken der kleinen Kameras können physikalisch nicht so hoch auflösen, wie die Sensoren dahinter. Die gängigen Sensoren (1/2,5″ CCD = 5,76×4,3 mm) sind gut 20mal kleiner als der Sensor einer professionellen Spiegelreflexkamera wie der Canon 1D Mark II. Entsprechend wenig Licht trifft auf den Sensor auf, was das Bildrauschen selbst bei ISO 400 deutlich sichtbar erscheinen lässt. Sind noch mehr Pixel auf der gleichen Sensorfläche untergebracht, wird die Fläche pro Pixel noch kleiner und die Probleme weiter verschärft. Außerdem werden die Bilddateien immer größer, was die Geschwindigkeit der Kamera verringert und größere Speicherkarten erfordert. Deshalb lautet meine Empfehlung, eine Kamera mit nicht mehr als 5 Megapixeln zu kaufen.

Die nächste Entscheidung betrifft die Größe der Kamera. Die kleinsten Kameras haben etwa Scheckkartenformat und sind sehr klein und leicht (IXUS 55: ca. 86 x 54 x 22 mm, 140g) und passen damit ohne Probleme in die Hemd- oder Hosentasche. Der nächstgrößere Formfaktor entspricht etwa der Größe einer gängigen einfachen Analog-Kamera (A610: 105 x 66 x 49 mm, 235 g). Damit passt die Kamera zwar nur noch in die Handtasche, ist allerdings deutlich leichter zu halten und zu bedienen.


PIXACO

Nach meiner Erfahrung und den Tests auf http://www.dpreview.com kommen zwei Kameras in die engere Auswahl: Canon Digital IXUS 55 und Canon PowerShot A610. Die IXUS ist kleiner, leichter und hat ein sehr großes Display (2,5“ TFT). Die A610 bietet jedoch mehr Funktionen und die bei gleicher Auflösung bessere Bildqualität (unter anderem durch den 1 1/8″ großen Sensor) sowie den größeren Zoombereich (IXUS: 3fach, 35 – 105 mm äquivalent Kleinbild; A610: 4fach, 35 – 140 mm äquivalent Kleinbild). Der Preis beider Kameras ist fast identisch. Amazon liefert versandkostenfrei zu einem Preis, den ich bei meinem Großhändler nicht annähernd erreiche.

Als Speicherkarte kommt bei diesen Kameras SD-Karten zum Einsatz. Bei den aktuellen Preisen lohnt es nicht mehr, weniger als 1 GB (bei guter Auflösung 400 Bilder) zu kaufen. Diese reichen sogar aus, alle Bilder eines Urlaubs unterzubringen. Die schnelleren Karten sind nur wenige Euro teurer, als die langsamen Typen. Der Aufpreis lohnt sich, da das Herunterladen der Bilder bei einer großen Karte sonst zum Geduldsspiel werden kann.

  • Canon PowerShot A610
    Canon PowerShot A610
  • Canon Digital IXUS 55
    Canon Digital IXUS 55
  • Extrememory Secure Digital (SD)
    1GB (1024MB) 133x Highspeed Speicherkarte
    Extrememory Secure Digital (SD) 1GB

    9 thoughts on “Empfehlung für digitale Kompaktkamera”

    1. Ja, das mit den Speicherkarten habe ich auch schmerzlich erfahren müssen. Ich habe eine CANON Digital IXUS 40 und habe mir beim Kauf eine der billigeren Speicherkarte gekauft. Das hatte zur Folge, daß ich nur Videos nur in einer Länge von jeweils 20 Sekunden aufnehmen konnte. Ich dachte immer, das läge an der Kamera. Dann hab ich aber bei einem Kumpel mit der gleichen Kamera gesehen, daß der viel längere Videos aufnehmen kann. Und es lag tatsächlich daran, daß er sich eine teurere aber eben schnellere Speicherkarte gekauft hatte. Jetzt hab ich mir eine schnelle 1 GB-Karte zugelegt und bin seitdem sehr zufrieden und kann Videos aufnehmen bis die Karte voll ist.

    2. Strudel, deine Erfahrungen sind vollkommen korrekt. Die Canon hat einen internen Speicher und schreibt asynchron auf die Speicherkarte. Wenn das speichern nicht schnell genug geht, läuft der interne Speicher voll und die Aufnahme wird abgebrochen. Außerdem ist es ein Unterschied, ob man zum überspielen der Daten von der Karte 2 oder 20 Minuten braucht. Der Preisunterschied zwischen schnellen und langsamen Karten beträgt nur noch wenige Euro.

    3. Hallo Markus,

      ich habe, was Digicams betrifft, nicht all zu viel Ahnung und möchte mir Eine zulegen. Aber bei dem Angebot verliere ich schnell den Überblick.
      Ich bin, wenn du’s so willst ein Hobbyfotograph. Also meine zukünftige Digicam muss kein Profigerät sein. Meine Schmerzgrenze liegt bei 350 EUR und sie sollte ein paar Jahre durchhalten. Mit der Kamera möchte ich auch ab und zu mal ein Video drehen und die Bilder sind überwiegen zur Archivierung auf dem Rechner gedacht, also keine weiter Bearbeitung.

      Wäre nett, wenn du mir einige Tipps oder sogar kongkrete Digicams empfehlem könntest. Mir würde z.B. die Fuji FinePix S5600 zusagen, aber ich weiß nicht ob diese Cam für mich iO wäre.

      MfG

    4. Aries, die Fuji ist sicherlich keine schlechte Kamera, aber gegenüber der A610 hat sie nicht sehr viel zu bieten. Der Sensor ist sogar kleiner, der Zoombereich dafür größer (mit der Wahrscheinlichkeit der des schlechteren Objektives). Nachteilig ist die xD-Karte. In der Preisklasse um 350 € würde ich ehr die Canon Powershot 2IS nehmen, schon allein wegen dem Bildstabilisator. Markus P.S. Ein direkter vergleich der Kameras befindet sich hier (englisch).

    5. […] Seit der letzten Empfehlung für kleine, digitale Komaptkameras ist fast ein halbes Jahr vergangen. Die getesteten Modelle sind nicht z.T. mehr verfügbar. Deshalb folgt ein Überblick über die aktuellen Kameras der besonders kleinen und leichten IXUS Serie von Canon. Alle im ersten Artikel enthaltenen Hinweise zur Sensorgröße und Anzahl der Megapixel gelten weiterhin. Durch die gestiegene Pixelzahl ist das Thema noch bedeutender als damals. […]

    6. Hallo Markus,

      ich binzurzeit auf der Suche nach einer Kamera, die ich für meine Arbeit als Lokaljournalistin und für die bessere Hobbyfotografie nutzen will. Bisher dachte ich ich nehme der Qualität wegen eine DSLR, z.B. die Canon Eos 400D. Jetzt habe ich aber langsam Zweifel. Gibt es auch Digitale Kompaktkameras die die Leistung der 400D (oder ähnlicher Modelle) erbringen? Wo ist der Unterschied? Leisten DSLR’s dieser Klasse mehr als gute Kompaktkameras? Hast du einen Tipp für mich?

      Viele Grüße

      Billie

    7. Billie, die Frage ist nicht in ein paar Sätzen zu beantworten. Ein Canon 400D mit Canon 24-105 IS Objektiv ist eine ziemlich ideale Kombination für die meisten Aufgaben und kann auch professionellen Ansprüchen genügen. Einzig für Konzerte und Sport wird es nicht reichen. Für das tägliche Händeschütteln-Bild würde es auch eine Canon G7 oder Sony R1 tun – das sind auch meine Empfehlungen ‘unterhalb’ der Spiegelreflexkameras.

    8. Hallo Markus, ich möchte mir eine digitale Kompaktkamera kaufen. Die Canon PowerShot A610 ist mir etwas zu gross. Mich würde jedoch die Sony Cyber-shot DSC-T200 interessieren. Sie ist klein, schnell und somit für Schnappschüsse geeignet, hat einen 5-fachen optischen Zoom, viele Motivprogramme… Mir ist wichtig, dass die Kamera gute Bilder liefert, man jedoch zuvor nicht lange Einstellungen vornehmen muss. Was hältst du von dieser Kamera? Zu welcher Kamera würdest du mir raten? Danke und Gruss Tabea

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